
Habe eben eine Doku über Stalingrad gesehen und musste weinen. Tränen habe ich keine vergossen. Konnte sie unterdrücken. Bin ja schliesslich ein Mann.. Aber das Herz hat es mir zerrissen, zu sehen wie alte Männer aus Deutschland über ihre Erlebnisse zu erzählen vermögen obwohl sie wissen, dass Erinnerungen hochkommen werden, die sie in ihren Grundfesten erschüttert haben. Sie schienen verstanden zu haben was der Krieg ihnen angetan hatte und besonders wieso Ihnen diese Schmerzen zugefügt wurden - anders als die Generäle in den Hauptquartieren. Zu verstehen schien ihnen zu ermöglichen ihre Gefühle zu zeigen und vor der Kamera zu weinen. Schon mal einen alten Mann weinen sehen?.. Ich glaube nicht dass ich diese Gefühle auch nur annähernd verstehen kann, aber ihre feuchten Augen und beherschtes Atmen lies mich ahnen was sie empfinden müssen. Schmerz, Wut, aber keinen Hass, nur Reue und Trauer.
Tolstoj schrieb '..dass man die Unterordnung eines ganzes Volkes unter wenige Leute noch rechtfertigen könnte, wenn die Regierenden die besten Menschen wären; aber das ist nicht der Fall, war niemals der Fall und kann es nie sein.' Warscheinlich liegt es in der Natur des Menschen, dass er immer wieder schlechtes erfahren muss um zu verstehen was gut ist. Dass genau die Leute, die es in der Hand haben Entscheidungen zu fällen nie in diese Situation kommen werden macht mich schweinesauer. Generale hungern nie.
Das Foto stammt von meinem letzten Urlaub mit meiner Freundin in Italien. Im moment scheint es meine Gefühle wiederzuspiegeln.